Schimmelpilz – Was tun?

Ein Schimmelpilzbefall kann nicht einfach durch Überstreichen behoben werden. Eine erfolgreiche und sowohl für die Sanierer als auch die Raumnutzerinnen verträgliche Schimmelpilzsanierung setzt eine entsprechende Planung voraus.
Schimmelpilz an der Decke. | © IStock

Schimmel - das Schreckensgespenst von jedem Mieter und Hauseigentümer. / © IStock

Entstehung von Schimmel

Nahezu jede vierte bis fünfte Wohnung hat mit Feuchtigkeitsproblemen zu kämpfen. Zeigen sich Schimmelflecken, ist das ein Alarmsignal, ab einer befallenen Fläche von über 0,5 Quadratmetern herrscht Handlungsbedarf. Während sichtbarer Schimmel die Bausubstanz gefährdet, können die unsichtbaren Sporen die Gesundheit von Menschen mit erhöhten Risiken schädigen. Für gesunde Menschen besteht kein akutes Risiko, jedoch ist Schimmel in allen Fällen unhygienisch und sollte möglichst rasch entfernt und die betroffenen Flächen danach desinfiziert werden.

Das Wachstum von Schimmelpilzen ist im Wesentlichen von den Faktoren Feuchtigkeit, Nährstoffangebot und Temperatur abhängig. Bei über zirka 70 Prozent relativer Feuchte an der Oberfläche ist mit einem Wachstum von Schimmelpilzen zu rechnen. Diese Feuchtigkeitswerte können die nachfolgend aufgeführten nutzungs- und baubedingten Ursachen haben. In den meisten Fällen ist dabei nicht nur eine Ursache für die Pilzbildung verantwortlich.

Schimmelpilzbildung in Innenräumen hat immer Nutzungs- und/oder baubedingte Ursachen. Nutzungsbedingte Ursachen sind:

  • Unzureichendes oder unsachgemässes Lüften

  • Erhöhte Feuchtigkeitsproduktion (zum Beispiel durch langes Duschen oder falsche Beheizung)

Bautechnische Ursachen sind:

  • Wärmebrücken

  • Ungenügende Wärmedämmungen

  • Feuchtigkeit in der Baukonstruktion

  • Geringe Wärmespeicherung der Gebäudehülle

  • Schlechte Feuchtepufferung der Oberflächen

Zu den Ursachen einer Schimmelpilzbildung zählen auch neue, dichte Fenster, die dazu führen, dass das Raumklima durcheinandergerät. Dann nämlich, wenn zu wenig oder nicht richtig gelüftet wird. Bei einer Raumlufttemperatur von 20 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent beispielsweise ist eine 12 Grad kühle Wand schon beinahe feucht. Liegt in der Folge die Luftfeuchtigkeit an der Oberfläche bei über 70 Prozent, ist mit einem Wachstum von Schimmelpilzen zu rechnen.

Für eine erfolgreiche Schimmelpilzsanierung ist es entscheidend, dass die Ursachen für die Pilzbildung geklärt sind. In vielen Fällen sind diese mit einfachen Methoden ermittelbar. In komplexen Fällen ist ein Bauphysiker beizuziehen.

Beseitigung der Ursache

Das sanierende Unternehmen bespricht vor der Sanierung mit den Raumnutzer/-innen nutzungsbedingte Ursachen. Ziel dieser Gespräche ist es, Probleme und Zusammenhänge aufzuzeigen und die Nutzer/-innen so in ihrem Verhalten positiv zu beeinflussen.

Bautechnische Ursachen wie ungenügende Wärmedämmung, Wärmebrücken oder geringe Wärmespeicherung sind nicht zwingend vor einer Schimmelpilzsanierung zu beseitigen. Aus Sicht einer langfristig erfolgreichen Schimmelpilzsanierung respektive einer Verhinderung neuen Schimmelbewuchses, sind solche bautechnischen Mängel jedoch baldmöglichst zu beheben.

Die Ursachen für Feuchtigkeit in der Baukonstruktion sind auf jeden Fall sofort, vor der eigentlichen Schimmelpilzsanierung, zu beheben.

Schimmelpilzsanierung

Die Ausführung einer Schimmelpilzsanierung muss fachmännisch geplant werden. Hinweise dazu finden Sie im Merkblatt Schimmelpilzsanierung des SMGV oder im Kapitel «Schimmelpilzsanierung». Maler- und Gipserunternehmen mit einem speziellen Wissen um die Schimmelpilzsanierung finden Sie über untenstehenden Link.

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Für weitere Informatioen stehen Ihnen im SMGV-Downloadcenter das SMGV Infoblatt Schimmelpilzsanierung und die BAG Broschüre «Vorsicht Schimmel» zur Verfügung.

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