Gestalten mit Farben

Farbe an der Fassade oder an den Wänden verwandelt ein Haus komplett. Ob die Farbe direkt auf die Fläche appliziert oder mit Tapeten gearbeitet wird, hängt ganz vom Raum, vom Einrichtungskonzept und den eigenen Wünschen ab.
Ein Badezimmer mit gelb, grünen Wand. | © Getty Images

Wie Farben wirken erfordert entsprechendes Wissen. / © Getty Images

Gestalten mit Farbe

Grundsätze

Zwei Grundsätze gilt es zu beachten:

  • Wer mit Farbe gestaltet, sollte wissen, wie Farben im Raum und auf den Menschen wirken.

  • Wer mit Farbe gestaltet, sollte über Beschichtungsstoffe, Untergründe, Oberflächen und das Handwerk Bescheid wissen.

Werden diese Grundsätze beachtet, wird das Ergebnis ästhetisch überzeugend und erfüllt die Vorstellungen der Auftraggebenden. Daher ist es wichtig, zusammen mit Ihrem Unternehmen des Vertrauens genau über Ihre Vorstellungen zu sprechen. Beim Streichen oder Tapezieren sollte immer ein Fachmann/-frau herbeigezogen werden. Eine falsche Ausführung führt oft zu unschönen Ergebnissen und ganz viel Frust.

Vorgehen als Auftraggeber

Am Anfang steht die Idee, die Umsetzung jedoch ist noch nicht definiert. So können Sie als Auftraggeber vorgehen, damit Ihr Projekt ein Erfolg wird:

  • Suchen Sie sich einen Maler- oder Gipserunternehmer, dessen Umgang mit Farben Ihnen zusagt. Über unser Branchenverzeichnis finden Sie die Links auf die Webseiten vieler unserer Mitglieder. Lassen Sie sich von deren Referenzen inspirieren. Gerade hier sagen Bilder mehr als Worte.

  • Ein erstes Gespräch sollte Ihren Eindruck bestätigen und die Basis für das gemeinsame Projekt bilden. Sprechen Sie über Ihre Vorstellungen und Wünsche.

  • Definieren Sie den Umfang des Gestaltungsauftrages. Wünschen Sie ein komplexes Farbkonzept oder genügen Ihnen einfache Vorschläge und Bemusterungen? Wünschen Sie Skizzen oder digital bearbeitete Fotos? Möchten Sie die Vorschläge am Modell sehen?

  • Sprechen Sie auch über die Materialien, Strukturen und Oberflächen, die Ihnen gefallen und die Sie eingesetzt haben möchten.

Funktionale Farben

Farben können mehr, als einen Raum oder eine Aussenwand mit einem Aussehen zu verschönern. Einige Farben weisen spezielle Eigenschaften auf, welche über den eigentlichen Nutzen hinausgehen.

Photokatalytische Farben

Die Photokatalyse, ähnlich der Photosynthese bei Pflanzen, erzeugt durch den Einfluss von Sonnenlicht eine chemische Reaktion und wandelt bestimmte Stoffe um bzw. baut diese ab. Das aktive Pigment (Katalysator) kann so unter anderem auch schädliche Partikel in der Luft wie Kohlenmonoxid oder Stickoxid abbauen.

Mittlerweile kann die Photokatalyse in Farben genutzt werden. In Kombination mit mineralischen Bindemitteln sind photokatalytische Farben eine gute Lösung für ein langlebiges Ergebnis an der Aussenfassade. Eine photokatalytische Farbe darf jedoch nicht in Kombination mit organischen Bindemitteln genutzt werden, da die organischen Partikel im Bindemittel durch die Photokatalyse angegriffen und zerstört werden.

Die Anwendung von photokatalytischen Farben bringen viele Vorteile mit sich. So haben sie einen Selbstreinigungseffekt, trocknen schneller und ist daher weniger anfällig für Algen und Pilze und sie sind antistatisch und nicht thermoplastisch. Daneben bieten diese Farben einen Nutzen für die Umwelt: durch die chemische Reaktion werden Luftschadstoffe abgebaut, ohne dass die Beschichtung darunter leidet.

Farbe mit UV-Schutz

Die Sonne lässt Fassadenfarbe ausbleichen und die Farbe verliert über die Zeit ihre Farbintensität. Sie beginnen zu verblassen und die ursprünglich gewählten Farbtöne können sich über die Zeit verändern. Daher haben Hersteller Farben entwickelt, welche die Fassade und die Farbechtheit vor UV-Strahlen schützen. Teilweise schützt eine solche Farbe auch vor Aufheizung der Fassade.

Ein Einfamilienhaus mit einer roten Aussenfassade. | © Sto AG

Durch einen UV-Schutz bleibt die Farbe strahlend und intensiv. / © Sto AG / Produkt: StoColor Dryonic S