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Kosmetische Betonsanierung

Der Baustoff Beton erlebte besonders in den 1960er- und 1970er-Jahren eine Hochphase. Um in die Jahre gekommenen Beton instand zu setzen, kommt die sogenannte Betonkosmetik zum Einsatz. Sie ermöglicht es, die ursprüngliche Struktur und Optik des Materials zu bewahren.

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Text: Raphael Briner, Leitung Redaktion Applica / Nadine Schmid, Online-Kommunikation SMGV
Bild: Maler Schlotterbeck AG

Der Brutalismus. Was heute teilweise als «Betonklotz» abgetan wird, prägte in den 1960er und 1970er-Jahren die Architektur. Der charakteristische Sichtbeton mit seiner ausdruckstarken Struktur findet sich bis heute an Gebäuden in der Schweiz. Wie jeder andere Werkstoff unterliegt Beton einem natürlichem Alterungsprozess. Je nach Nutzungsart, klimatischen Bedingungen und der Ausführung ist der offenporige und rissanfällige Werkstoff widerstandsfähiger oder eben nicht.

Um diesen Gebäuden ihre Schönheit zurückzugeben, haben sich einige Firmen auf das Thema Betonkosmetik spezialisiert. Ein Beispiel einer erfolgreichen Sanierung finden Sie im Objektbericht «Jakobsgut». In einem ersten Schritt erfolgt meistens eine Konzeption, gefolgt von den ersten Sanierungsmassnahmen, wie die Reinigung. Oftmals kommt erst danach das komplette Schadensbild zum Vorschein. Hier muss die Frage gestellt werden, wie fest eingegriffen werden möchte. Gewisse Mängel, welche die Statik beeinträchtigen oder wenn Korrosionsprobleme herrschen, müssen behoben werden, wogegen bei optischen Mängel auf grössere Eingriffe verzichtet werden kann. Vor allem dann, wenn die Originalstruktur erhalten bleiben soll.

Bei der Betonkosmetik reicht es nicht, einfach den Farbton zu definieren und ihn auf das komplette Objekt zu übertragen. Auch gibt es verschiedene Techniken, um eine Betonoberfläche passend zu kosmetisieren:

Retouchieren
Selektive, gezielte Ausbesserung kleiner Fehlstellen wie Abplatzungen oder Risse mit möglichst originalgetreuen Mitteln und Farben.

Kaschieren/Pigmentieren
Überdecken oder Abschwächen störender Stellen wie Flecken und Verfärbungen. Tönung oder farbliche Angleichung der Oberfläche durch den Auftrag von Mörtel oder einer leicht pigmentierten Lasur.

Kosmetisieren
Handwerkliche Ausbesserung sichtbarer Mängel an Sichtbetonflächen, um ein stimmiges und ästhetisch ansprechendes Gesamtbild zu erzielen, ohne die funktionale Struktur des Betons zu verändern.

Sanierung
Umfassende Massnahmen zur Wiederherstellung der Substanz und Funktionalität von Sichtbetonflächen. Dabei werden Schäden wie Risse, Abplatzungen oder Korrosion der Bewehrung fachgerecht beseitigt, um die Tragfähigkeit und das Erscheinungsbild langfristig zu sichern.

Instandsetzung
Gezielte Reparaturarbeiten an beschädigten Stellen des Sichtbetons, um die ursprüngliche Funktion und Optik wiederherzustellen.

Erhalten
Substanzerhalt ohne Eingriff in die historische Erscheinung, zum Beispiel Reinigung und Festigung von Oberflächen ohne grossen Eingriff und Veränderung der Farbigkeit.

Die kosmetischen Massnahmen reichen jedoch nicht aus, um den Beton langfristig zu schützen. Darum sollte die Oberfläche zusätzlich vor Verschmutzungen, Feuchtigkeit und mikrobiologische Belastungen geschützt werden.

Die Betonkosmetik ist eine Kunst, die die architektonischen Merkmale aus einer vergangenen Zeit weiterleben lässt.

Ein Gipserspachtel mit Gips. | © SMGV
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