Design
Gestalten mit Farben

Gestaltung mit Farbsystemen

Farben sind am Bau weit mehr als Gestaltungselemente. Farbsysteme wie das RAL-Farbsystem und das Natural Color System schaffen dabei die nötige Klarheit, Sicherheit und Vergleichbarkeit über alle Projektphasen hinweg.

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Text: Nadine Schmid, Redaktorin Appliform

Bild: Mit KI erstellt

Am Bau spielen Farbsysteme und Farbtöne eine zentrale Rolle, um Gestaltung, Funktion und Beständigkeit sicher und eindeutig festzulegen. Sie sorgen dafür, dass Farben unabhängig von Hersteller, Material oder Ausführung klar definiert und reproduzierbar sind und sie spielen damit eine wichtige Rolle bei Ausschreibungen, Planung und Ausführung.

Ein häufig genutztes System im Bauwesen ist das RAL-Farbsystem, insbesondere RAL Classic. Es ist übersichtlich, weit verbreitet und wird vor allem für Lacke, Metalle, Fenster, Türen und industrielle Bauteile eingesetzt. Für differenziertere Gestaltungsaufgaben, etwa bei Fassaden oder im Innenausbau, kommt oft NCS (Natural Color System) zum Einsatz, da es Farben nach ihrer Wahrnehmung durch das menschliche Auge beschreibt und sehr feine Abstufungen ermöglicht. Ergänzend wird im Druck- und Beschriftungsbereich teilweise Pantone verwendet, spielt jedoch im klassischen Bau eine untergeordnete Rolle.

NCS – die Farbsprache für Planende und ­Ausführende

Seit 1982 gilt das in Schweden entwickelte Natural Colour System (NCS) in der Schweiz als Basis für die Kommunikation über Farben sowie als Standard, um Farbwerte abzustimmen. Es orientiert sich am menschlichen Farb­empfinden und beschreibt das Aus­sehen von Farbtönen klar und nachvollziehbar – unabhängig von Produkten, Materialien oder Herstellungsverfahren. Herzstück des NCS-Farbsystems sind sechs sogenannte Elementarfarben: die zwei unbunten Weiss und Schwarz sowie die vier bunten Gelb, Rot, Blau und Grün. Alle anderen Farbtöne lassen sich durch eine Kombination ­dieser Grundfarben beschreiben.

RAL-System für Wahrheit und Klarheit

Das RAL-Farbsystem wurde in den 1920er-Jahren in Deutschland vom Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen entwickelt, mit dem Ziel, Farben erstmals einheitlich zu standardisieren und die Verständigung zwischen Industrie, Handwerk und Verwaltung zu vereinfachen. Ursprünglich umfasste das System nur wenige Farbtöne, die vor allem für staatliche und industrielle Anwendungen gedacht waren. Mit der zunehmenden Bedeutung von Normierung im Bau- und Industriewesen wurde das System kontinuierlich erweitert und weiterentwickelt. Heute steht RAL für ein international anerkanntes Qualitäts- und Ordnungssystem, das für Verlässlichkeit, Vergleichbarkeit und langfristige Beständigkeit von Farbtönen steht und aus dem modernen Bauwesen nicht mehr wegzudenken ist.

Frühe Planung von Vorteil

Architekten und Planende sollten Farbsysteme gezielt als Planungs- und Kommunikationswerkzeug einsetzen und bereits in frühen Projektphasen klar festlegen, mit welchem System bzw. mit welcher Farbe gearbeitet werden soll. Zudem können durch die fachliche Beratung eines Malerbetriebes geeignete Farbsysteme, Beschichtungsarten und realistisch umsetzbare Farbtöne früh definiert werden, damit die technische Umsetzung danach korrekt funktioniert. Oft können bereits im Voraus Musterflächen und Probebeschichtungen angelegt werden, um Farbwirkung, Oberflächenstruktur und Lichteinflüsse realitätsnah zu beurteilen. Während der Ausführung sorgt er für die korrekte Umsetzung der definierten Farbcodes, stimmt sich mit anderen Gewerken ab und stellt sicher, dass die geplanten Farbtöne auf der Baustelle präzise, einheitlich und dauerhaft umgesetzt werden.

Im Fachverlag des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verband SMGV können Sie folgende Farbfächer erwerben:

Ein Gipserspachtel mit Gips. | © SMGV
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