Wohnqualität an der Hangkante
Die Wohnüberbauung Zwingenhof nutzt die besondere Hanglage und schafft mit klarer Setzung, gemeinschaftlichem Hofraum und wohnlicher Gestaltung ein verdichtetes, identitätsstiftendes Wohnumfeld mit Einfamilienhauscharakter.
Factbox
Architektur: Bernhard Bossard, Bähler Christen Architekten AG
Handwerk: Stipo Vukadin GmbH
Industrie: Saint-Gobain Weber AG
Text: Projektbeschreib aus der Eingabe für den Schweizer Preis für Putz und Farbe 2026
Bilder: zVg.
Die Wohnüberbauung Zwingenhof befindet sich an einer Hangkante des Laufener Beckens in der Baselbieter Gemeinde Zwingen. Die bebaute Parzelle weist eine Steigung von ungefähr 34° auf und liegt zwischen Talsohle und Siedlungsrand. Erschlossen wird die Parzelle von dem in der Talsohle gelegenen Simmelenmattweg.
Die Überbauung besteht aus acht Doppelhäuser, aufgeteilt in zwei Reihen, mit je zwei von aussen zugänglichen Maisonette-Wohnungen. Die obere Zeile folgt der Topografie in einem gleichmässigen Abstand zu den Parzellengrenzen, die untere Zeile richtet sich an der Strassenbaulinie aus. Die Erschliessung der Häuser erfolgt über einen halböffentlichen Zwischenraum («Hof») in der Mitte der Parzelle, welcher zugleich Aufenthalt und dem Charakter der Siedlung dient. Gegen Westen geöffnet und als aneigenbare Fläche ausgestaltet, bildet er das Her der Anlage. Dieser Freiraum schöpft das Potenzial der Setzung der Baukörper aus, dient als Spiel- und Erholungsraum, als Erschliessungs- und Begegnungszone sowie als privater und doch öffentlicher Raum.
Begegnungszone als kleine Stadt
Die Wohnqualität wird durch den Einfamilienhauscharakter der einzelnen Mietwohnungen erzielt. Die individuellen Zugänge von aussen, die privaten Sitzplätze, die anzueignenden Zwischenräume, die Einfügung in die landschaftliche Umgebung bei gleichzeitig hoher Dichte unterstreichen diese Aussage.
Die Baukörper sind in einer Hybridbauweise aus Beton im erdberührten Sockel und Holz in den oberen Geschossen konstruiert. Als Wärme- und Schutzschicht dient die verputzte Aussenwärmedämmung. Um die Talfassaden nicht als «Wand» erscheinen zu lassen, wurden die Gebäude in drei unterschiedlichen Farben abgerieben. Dies ist für die Bewohner identitätsstiftend, verspielt und in gewisser Weise urban. Die interne Begegnungszone wird zur kleinen Stadt. Das zusammenbindende Element bilden in der Farblichkeit die Sonnenstoren, Stützen und Eingangstüren.