Umbau Tamedia: Der blaue Faden
Von den freigelegten historischen Oberflächen über den atmungsaktiven Kalkputz bis hin zu den «Supergraphics» und Spieltischen zieht sich eine klare Linie durch das Projekt: Material, Farbe und Grafik bilden eine Einheit – zurückhaltend und zugleich identitätsstiftend.
Factbox
Architekt
Architektur APS GmbH
Schwarzburg Architekten AG
ATELIER HUES
Ausführende Unternehmen
Emil Hirt AG Malergeschäft
Christian Schmidt Malermeister AG
Dämmtech Swiss AG
Industriepartner
HAGA AG Naturbaustoffe
Keimfarben AG
Bosshard-Farben AG
Text: Projektbeschreib aus der Eingabe für den Schweizer Preis für Putz und Farbe 2026
Bilder: Davide Galli
Das ehemalige Druckereigebäude der TX Group am Stauffacherquai wurde nach Jahrzehnten wechselnder Nutzungen von zahlreichen Schichten befreit. Durch die Rückführung auf seine ursprüngliche industrielle Struktur entstanden rund 20 % mehr Nutzfläche, höhere Räume und ein lichtdurchflutetes Arbeitsumfeld. Ein zeitgemässer Newsroom für die digitale Ära – offen, flexibel und nachhaltig.
Die Renovation setzt auf Luft, Licht und Klarheit: Nebenräume wurden ins Innere verschoben, um die Fensterfronten für Arbeitsplätze und Meetingräume zu nutzen. Smarte Beleuchtung passt sich dem Tageslicht an, und die Masse der alten Betondecken trägt zu einem ausgeglichenen Raumklima bei. Die neuen Grundrisse unterstützen konzentriertes Arbeiten ebenso wie spontane Begegnungen – ein harmonisches Arbeitsumfeld für eine Redaktion im Wandel.
Supergraphics
Die rauen Oberflächen von Beton und Backstein wurden freigelegt und einheitlich mit Silikatfarbe in einem warmen Weisston gefasst. Neue Innenwände und gedämmte Flächen wurden mit einem atmungsaktiven Sumpfkalkputz überzogen. Seine feine 0.5mm Körnung wurde durch die Nachbearbeitung mit freuchtem Schwamm akzentuiert. Diese Zurückhaltung bewahrt den industriellen Charakter, verbessert das Raumklima und schafft eine ruhige Arbeitsatmosphäre. Das Oval als zentrales Element wird ganz bewusst ins Gestaltungskonzept integriert und bezieht sich formal auf den von Shigeru Ban entworfen Holzträger des benachbarten Neubaus.
Die von Anne Scott entwickelte Signaletik ergänzt die architektonische Zurückhaltung mit einem starken grafischen Element. Ihre grossflächigen, farbigen «Supergraphics» setzen Orientierungspunkte in den Kommunikationszonen und schaffen visuelle Identität. Besondere Akzente setzen die Spieltische, im geometrischen Kontrast zu den ovalen Formen an den Wänden. Sie verbinden Architektur, Putz und Farbe mit einer klaren, zeitgenössischen Sprache über alle Geschosse hinweg.