Mineralische Putzfassade mit gestalterischer Differenzierung
Am nördlichen Stadtrand von Zürich, an der Seebacherstrasse, entstand ein Mehrfamilienhaus mit 40 Eigentumswohnungen – und einer komplexen hinterlüfteten Putzfassade.
Factbox
Systemlieferant: Saint-Gobain Weber AG
Text und Bild: Saint-Gobain Weber AG
Der längliche Baukörper in Zürich Nord folgt der leichten Krümmung der Strasse und ist durch Vor- und Rücksprünge geprägt. Für die Gebäudehülle war eine hinterlüftete Fassadenlösung mit einem dezenten, muralen Erscheinungsbild in Erdtönen gefordert. Gleichzeitig wünschte sich die Bauherrschaft eine mineralische Oberfläche mit dauerhafter Konstruktion.
Die ursprünglich anders geplante Fassadenlösung wurde zugunsten eines Systems mit Putzträgerplatten weiterentwickelt. Ausschlaggebend dafür waren ökologische Aspekte, das Langzeitverhalten der Fassade und die Möglichkeit, die gewünschte Oberflächenwirkung präzise umzusetzen.
Herausfordernde Konstruktion
Die Fassade ist in Felder und Streifen gegliedert, die unterschiedliche Graunuancen und eine fein aufeinander abgestimmte Putzstruktur aufweisen. Als gestalterische Referenz dafür dienten metallische Bauelemente im Erdgeschossbereich.
Die Ausführung der Arbeiten war eine Herausforderung. Denn es galt, die weitgehend steifen Putzträgerplatten an die gekrümmte Geometrie des Baukörpers anzupassen. Die Lösung war, die Platten rückseitig einzuschneiden. Dieser Vorgang schwächt die Platten leicht, weshalb es eine elastische Einbettungsmasse und Bewehrungsgewebe-Einlage braucht, um Spannungen und damit das Risiko von Rissbildungen am Putz zu minimieren – ein Aspekt, der für die Dauerhaftigkeit der Konstruktion entscheidend ist.
Ein wesentlicher Vorteil des Projekts lag darin, dass die gesamte Systemlösung von Saint-Gobain Weber AG aus einer Hand kam – von der Unterkonstruktion über die Dämmung bis hin zur Putzträgerplatte inklusive Beschichtung. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind und die Schnittstellen effizient sowie reibungslos gelöst werden konnten.
Vor Beginn der Verputz-Arbeiten absolvierten die Fachleuchte beim Systemlieferanten Schulungen und sie erstellten Musterflächen, die anschliessend als verbindliche Grundlage für die Ausführung am Objekt dienten. Die Handwerker arbeiteten in rotierenden Teams, um ein möglichst gleichmässiges Oberflächenbild zu erzielen.
Zusatzfunktion Lärmschutz
Die Loggien haben bei diesem Projekt eine besondere funktionale Rolle: Sie sollen die Lärmbelastung der angrenzenden Strasse reduzieren. Dazu führten die Fachleute deren Deckenuntersichten mit einem fugenlosen Akustikdeckensystem aus, das sowohl im Innen- als auch im Aussenbereich eingesetzt werden kann. Diese Konstruktion trägt zur Schallabsorption bei und erhöht so den Wohnkomfort der zur ruhigen Seite hin orientierten Wohnräume.
Das Projekt an der Seebacherstrasse in Zürich zeigt, wie sich gestalterische Anforderungen, bauphysikalische Funktionen und handwerkliche Ausführung bei hinterlüfteten Putzfassaden miteinander verbinden lassen – vorausgesetzt, Planung und Ausführung greifen frühzeitig und systematisch ineinander.