Decke
Innenwand
Öffentliches Gebäude
Sanierung
Öffentliche Einrichtung

Stuck zwischen Geschichte und Gegenwart

29.07.2025

Die Stuckaturen im Restaurant des Kulturcasinos Bern wurden nach historischen Fotografien detailgetreu restauriert und gestaltet. Die sorgfältige und ­präzise Umsetzung lässt die Raumwirkung von anno dazumal wieder aufleben.

  • Eine Bar mitten in einem Raum mit einer goldenen Theke. | © Simon B. Opladen

    Das restaurierte Restaurant in seiner ganzen Pracht. Bild: Simon B. Opladen

  • Die Aussenansicht des Casinos von der Strasse her. | © Cornelia Sigrist

    Der imposante Bau des Berner Kulturcasinos. Bild: Cornelia Sigrist

  • In die Stuckaturen an der Decke wurden Lichtelemente eingebaut. | © Michael Hess

    Detail der neugestalteten Stuckdecke. Bild: Michael Hess

  • Ein schwarz-weiss Bild des Innenraums von 1909. | © Burgerbibliothek Bern, FN.G.E.231

    Die Ausstattung des Restaurants 1909. Bild: Burgerbibliothek Bern, FN.G.E.231

    Factbox

    Bauherrschaft: Burgergemeinde Bern KCB 2020

    Architekt: Schwaar+Partner Architekten AG Bern

    Ausführendes Unternehmen: Wenger Hess & Partner GmbH

    Denkmalpflege: CampanileMichetti Architekten AG Bern

    Text: Cornelia Sigrist, Redaktorin Applica
    Bilder: gemäss Bildlegende

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    Das Kulturcasino Bern ist ein traditionsreiches Konzerthaus im Herzen der Schweizer Hauptstadt. Im Zuge einer Gesamtsanierung wurden im Restaurant zahlreiche bauliche, gestalterische und technische Massnahmen umgesetzt, um das historische Gebäude denkmalgerecht zu erneuern und zugleich den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden.

    Ein Los für die Stuckarbeiten erhielt das Gipserunternehmen Wenger, Hess & Partner GmbH aus Gümligen bei Bern. Unter der Leitung von Geschäftsführer Michael Hess arbeitete ein Team 13 Monate lang an der Neugestaltung, Restaurierung und der Rekonstruktion der Stuckelemente. Dabei berücksichtigte es die strengen Vorgaben des Denkmalschutzes sowie die Anforderungen an Brandschutz, Akustik und Gebäudetechnik.

    Im Restaurant liessen die Projektverantwortlichen zunächst die 1958 eingezogene Betondecke entfernen, um die ursprüngliche Raumhöhe von knapp 5 Metern wiederherzustellen. Anschliessend übernahmen die Handwerker von Wenger, Hess & Partner die teilweise Neugestaltung der Decke in stilistischer Anlehnung an das historische Vorbild und ergänzten sie mit restaurierten Stuckelementen. Die Kapitelle der oberen Wandbereiche wurden neu gestaltet und die Wandbögen rekonstruiert.

    Rekonstruktion durch Bilder

    Da viele der ursprünglichen Stuckelemente nicht mehr vorhanden waren, griff das Team auf Schwarz-Weiss-Fotografien aus der Zeit um 1910 zurück. «Wir hatten nur Bilder, keine Vorlagen und keine Pläne», erzählt der Gipserunternehmer Michael Hess. Anhand dieser Fotos skalierten die Handwerker die Ornamente und Rosetten auf das gewünschte Format hoch und rekonstruierten sie mit Gips.

    Die Herstellung der Stuckelemente fand grösstenteils in der eigenen Werkstatt statt. Für die Produktion grösserer Serien, wie etwa von insgesamt 387 Konsolen, war der Formenbau entscheidend. Viele Details entstanden in Modellierarbeit, teilweise ohne vorhandene Originale.

    Die Bögen in den Wandzonen des Restaurants waren Einzelstücke und eine besondere Herausforderung. Jeder Bogen wies eine andere Breite auf und Originalteile gab es keine mehr. Auch hier mussten die Formen allein aufgrund alter Fotos rekonstruiert werden.

    Hand in Hand

    Die Restaurierung erforderte präzise Planung und eine enge Zusammenarbeit. Das Team der Wenger, Hess & Partner GmbH arbeitete eng zusammen wobei bei Bedarf auch externe Spezialisten zugezogen wurden. 

    Nach mehreren Monaten täglicher Arbeit erstrahlt das Restaurant in neuer, alter Pracht. Und lässt dabei Geschichte wieder aufleben.

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