Aussenwand
Innenwand
Mehrfamilienhaus
Sanierung

Einheitliches Erscheinungsbild

14.08.2025

Wie man aus vielen unterschiedlichen Materialien, Bauteilen, Untergründen und Oberflächen ein harmonisches Erscheinungsbild macht, zeigt der Umbau einer ehemaligen Mühle in Eschenbach SG. Speziell ist der Aufbau verschiedener Innenwände mit Hanfkalk.

Factbox

Architekt: Michael Mathieut

Ausführendes Unternehmen: Gareis Malermeister AG

Text: Raphael Briner, Leiter Redaktion Applica

Bilder: Michael Mathiuet

Wassermühle, Milchlokal, Wohnhaus, Sägerei, Scheune, Schopf und Pferdestall. Die bestehenden und ehema­ligen Gebäude des Obere Tägernau genannten Ensembles im Weiler Ermenswil dien(t)en vielen verschiedenen Zwecken.

Sehr uneinheitlich ist auch die Bausubstanz der bereits im 18. Jahrhundert ausser Betrieb genommenen Mühle, die heute als Wohnhaus dient. Es gibt kaum ein Detail, welches wie das andere ist. Die Höhen, Abmessungen, Flächen und Untergründe variieren stark. Dazu kommt, dass die Räume verwinkelt sind und die Wände teilweise schräg.

Das Projekt: Der Umbau des vierstöckigen Hauses in zwei Wohnungen. Ursprünglich war geplant, die Aussenwände grossteils mit einem Innendämmputz in der definierten Stärke von 12 cm zu isolieren. Doch es zeigten sich mit der Zeit viele Gründe, die dagegen sprachen. Aufgrund der Ausgangslage kam die Idee, die Innendämmung mit Hanfkalk von Stroba aus­zuführen. Mit dem Hanfkalk, der einen sehr guten Dämmwert hat, dämmten die Gareis-Mitarbeitenden alle Aussenwände im Erdgeschoss, im Treppenhaus und im ersten Obergeschoss die Aussenwände gegen Ost, West und Süd.

Verschiedene Untergründe

Im doppelstöckigen Raum zwischen Erd- und erstem Obergeschoss beträgt die Dämmstärke unten wie geplant 12 cm. Weil die Wand geneigt ist, wächst sie bis oben auf 22 cm an. Die Hanfkalkwände sind mit einem Kalkgrundputz von Stroba vollflächig verputzt mit Netzeinbindung und 2 Mal Sumpfkalkputz Grasello 0,5 mm von Kabe-Farben. 

An denjenigen Aussenwänden, die nicht mit Hanfkalk gedämmt wurden, gibt es zwei andere Untergründe: Holzständer mit Lehmplatten und Holzständer mit Gipskartonplatten. Wo Brandschutzanforderungen zu erfüllen waren, kamen entsprechende Gipsplatten von Knauf und Rigips zum Einsatz. Gestrichen wurden die Wände mit Kalkfarbe in Weiss. So war es möglich, trotz unterschiedlicher Untergründe eine einheitliche Sprache der Oberflächen zu erzielen. Gleiches lässt sich von der behutsam renovierten Fassade nicht sagen. Das Haus habe zwei Gesichter, sagt der Architekt. Vorne das «Schaugesicht» mit Holzschindeln im oberen Bereich und Fenstereinfassungen aus Stein, hinten horizontal befestigte Tannenbretter mit Eichenfassungen.

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