Ein nachhaltiges Deckensystem für Komfort
Ein cleveres Deckensystem, das auch den akustischen Anforderungen gerecht wird, sorgt in einem grossen Neubau für ein angenehmes Klima. Die Umsetzung war technisch anspruchsvoll, insbesondere wegen einer baulichen Besonderheit.
Factbox
Ausführendes Unternehem: Hitz Gimaltec AG
Industrie: Rigips AG, Barcol-Air AG
Text: Cornelia Sigrist, Redaktorin Fachmagazin Applica
Bilder: Cornelia Sigrist und Merbag
Im Neubau des Mercedes-Benz-Autohauses in Adliswil ZH installierten die Verantwortlichen fugenlose Gipslochplattendecken, die mit dem Varicool-AP-System ausgestattet sind. Das von der Barcol-Air AG und Rigips AG entwickelte System verbindet eine glatte Deckenoberfläche mit effizienter Wärme- und Kältetechnik und sorgt zugleich für eine angenehme Raumakustik.
Die Funktionsweise des Systems ist so einfach wie durchdacht: Die Heiz-/Kühldecke wird über 12 mm starke Kupferrohre aktiviert, die in Aluminium-Wärmeleitprofile eingepresst und als Teil der Unterkonstruktion installiert werden. Die Gipskartonplatten sind direkt mit diesen Profilen verschraubt, wodurch eine thermische Verbindung entsteht und zusätzliche Tragprofile entfallen. Das System nutzt die gesamte Deckenfläche als Wärmetauscher und arbeitet mit Wassertemperaturen nahe der Raumtemperatur. Das senkt den Energiebedarf für Heizung und Kühlung deutlich, was auch aus ökologischer Sicht einen wichtigen Beitrag zur CO₂-Reduktion im Gebäudebetrieb leistet.
Bauliche Besonderheit
In Adliswil wurden 220 m² Varicool-AP-Heiz-/Kühldeckenelemente installiert. Für die abschliessende Beplankung kamen Rigiton-Climafit-Platten mit akustisch wirksamem Vlies zum Einsatz. «Das sind keine normalen Gipslochplatten, sondern spezielle mit Graphit. Dadurch leiten sie die Wärme deutlich besser», erklärt Adriano Scipione, Geschäftsführer und Inhaber der Hitz Gimaltec AG, die das System montiert hat. Besonders im Empfangsbereich und in den Besprechungsräumen steigert diese Kombination die Schallabsorption und sorgt für ein gut reguliertes Raumklima.
Scipione und sein Team installierten insgesamt rund 400 m² Klimadeckenfläche unter hohem Termindruck. Eine bauliche Besonderheit stellte die freischwebende runde Deckenkante über dem Empfang dar, da die letzten 60 Zentimeter der Decke frei hängen. Diese Spannweite war zu gross für ein normales Profil. Mehrere Besprechungen mit Technikpartnern führten schliesslich zu einer stabilen und architektonisch sauberen Lösung. Eingesetzt wurden spezielle Unterkonstruktionen von Hilti, sogenannte Schleuderschienen aus 3 mm starkem Metall.
Wichtige Qualitätssicherung
An einer Klimadecke arbeiten mehrere Gewerke gleichzeitig. Zuerst werden die Haustechnikkomponenten eingebaut, geprüft und auf Dichtigkeit kontrolliert. Der Gipser kann die Decke erst schliessen, wenn die Heiz- und Kühlregister dicht sind. Die Qualitätssicherung ist dabei entscheidend.
Die Klimadecke in der Merbag in Adliswil zeigt, was entsteht, wenn Planung, Technik und Handwerk Hand in Hand arbeiten. Dank der präzisen Arbeit der Hitz Gimaltec AG wurde das Projekt termingerecht und auf hohem Qualitätsniveau umgesetzt. «Es gab keine Probleme, nur Herausforderungen. Der Zeitdruck war da, aber wir haben ihn mit Manpower bewältigt. Am Ende zählt, dass alles funktioniert, und das hat es.»