Lehmfeinputz für Ästhetik und Wohlbefinden
Im luzernischen Nebikon steht am Feldacher ein Neubau, der auf natürliche Materialien und ein entsprechendes Innenraumklima setzt. Eine zentrale Rolle spielt dabei Lehmfeinputz, der im Innenausbau grossflächig zur Anwendung gekommen ist.
Factbox
Ausführendes Unternehmen: Meiergipser Dagmersellen AG
Industriepartner: Haga AG Naturbaustoffe
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Text: Cornelia Sigrist, Redaktorin Fachmagazin «Applica»
Bilder: Kollektiv.w & Haga AG Naturbaustoffe
Für den Neubau eines Einfamilienhauses in Nebikon wurde bewusst auf natürliche und wohngesunde Materialien gesetzt. Im Fokus steht dabei ein mineralischer Innenausbau, der sowohl bauphysikalische als auch gestalterische Qualitäten vereint.
Vor diesem Hintergrund kommt ein Lehmfeinputz zum Einsatz, der Lehmpulver und Ton mit weissen Kalksanden, Kalksteinmehl sowie natürlichen Erd- und Mineralpigmenten kombiniert. Der Tonanteil von 25 bis 40 Prozent sorgt für eine gute Haftung und Bindung. Zugesetztes Cellulosepulver reduziert die Rissneigung und verbessert die Verarbeitbarkeit. Somit bleibt die Rezeptur mineralisch und frei von synthetischen Zusätzen.
Grosses Potenzial
«Seine Stärke spielt der Lehmputz im Alltag aus», sagt Carlos Lopes, der Fachberater der Haga AG Naturbaustoffe im aargauischen Rupperswil. Er puffere Feuchtigkeit, indem er Wasserdampf aufnehme und wieder abgebe. So schaffe er auf natürliche Weise ein angenehmes Raumklima.
Gestalterisch hat Lehmfeinputz grosses Potenzial: Er kann geglättet, gefilzt, verpresst oder strukturiert werden, aber auch dekorative Techniken sind möglich. Im Feldacher-Projekt unterstreicht er gefilzt die ruhige, natürliche Materialität der Räume. Qualitätsstufen bis Q4 sind möglich, verlangen jedoch eine Bemusterung. Überarbeitbar ist der Lehmfeinputz bei Renovationen mit Lehmfarben sowie Lehm-Kalk- und Kalkfarben.
Nachhaltig bis zum Rückbau
Auch ökologisch überzeugt das Material Lehmfeinputz. Es ist natürlich, recyclingfähig und CO₂-arm und erfüllt damit hohe Anforderungen an nachhaltiges Bauen bis hin zum Rückbau. Bei Haga stammen die Rohstoffe teilweise aus der Region, beispielsweise der graue Lehm aus dem aargauischen Holderbank. Die farbigen Lehme sind hingegen aus der Eifel in Deutschland.
Im Zusammenhang mit Lehmputzen wird gelegentlich die Frage nach radiologischer Strahlung gestellt. «Mineralische Baustoffe weisen grundsätzlich eine natürliche Eigenstrahlung auf, die jedoch in der Regel weit unterhalb gesundheitlich relevanter Grenzwerte liegt», erklärt Fachberater Lopes. Bei Haga-Lehm- und Kalkprodukten sei bislang nichts nachgewiesen worden.
Das Haus in Nebikon zeigt: Mit Lehm lassen sich Ästhetik und moderne Wohnräume schaffen, die zudem das Wohlbefinden fördern.