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Abdankungshalle Doppleschwand: Natürlich Abschiednehmen

24.03.2026

Die sanierte Abdankungshalle in Doppleschwand vereint würdevolle Architektur, natürliche Materialien und traditionelles Handwerk zu einem Ort des stillen Abschieds. Im Fokus der Renovation standen nachhaltige Bauweise, hochwertige Putztechniken und eine warme, pietätvolle Raumgestaltung. Das preisgekrönte Projekt zeigt eindrücklich, wie moderne Innenraumgestaltung und handwerkliche Qualität eine einzigartige Atmosphäre des Gedenkens schaffen.

  • Ein grosser Raum mit einem Trauertisch.

    Neu sanierte Abdankungshalle.

  • Zwei Bilder nebeneinander von zwei Räumen.

    Katafalk mit Urnenablage und Wandkreuz im Hintergrund | Neue Holzstühle vor Kalkputzwand

  • Detailaufnahme des Kalkputzes mit einer Kerze im Vordergrund.

    Lichtspiel vor strukturierter Kalkputzwand

    Factbox

    Architekt: studio omni gmbh

    Ausführendes Unternehmen: Naturfarben Berger

    Unterstützt durch: Kalkkunst

    Text: Projektbeschrieb aus dem Jurybericht des Schweizer Preis für Putz und Farbe 2026

    Bilder: zVg

    Der Abschied von einem geliebten Menschen ist ein besonders sensibler Moment im Leben. Es braucht einen Ort, der Ruhe ausstrahlt, der Trost spendet und der Würde des Verstorbenen gerecht wird. Genau ein solcher Ort ist die sanierte Abdankungshalle– ein Raum des stillen Gedenkens und des persönlichen Abschieds. 

    Bei der Sanierung ging es nicht nur um bauliche Erneuerung, sondern auch darum, eine Atmosphäre zu schaffen, die Respekt, Pietät, Wärme und Geborgenheit vermittelt. Dank dem engagierten Einsatz zahlreicher regionaler Fachbetriebe konnte ein Raum entstehen, der diesen Anforderungen in besonderer Weise gerecht wird.

    Natürliche Materialien

    Bei der Sanierung wurde bewusst auf die Erhaltung der ursprünglichen Materialien und Oberflächen gesetzt, um den Charakter des Hauses zu bewahren, gleichzeitig eine hochwertige handwerkliche Qualität zu zeigen und im Sinne der Nachhaltigkeit zu handeln. Der bestehende Plattenboden mit Sockel wurde im Originalzustand belassen. Ebenso wurde die Deckenkonstruktion mit lasierten Holzelementen erhalten.

    Mit dem bewussten Verändern der Wände wurde beabsichtigt, den Raum natürlicher zu gestalten und gemeinsam mit neuen Holzelementen mehr Wärme hineinzubringen. Die Farbigkeit des Sumpfkalks an den Wänden wurde durch die Zugabe von Entlebucher Kieselsteinen aus dem gemeindeeigenen Bachbett der Fontanne erreicht. Diese natürlichen Pigmente sorgen für eine authentische, grau-beige Farbnuance, die sich harmonisch in das Gesamtbild einfügt. Auf Wunsch der Architektin wurde besonders auf die Farbigkeit der Steine geachtet, um eine stimmige und ruhige Farbpalette zu erzielen, die sich mit den bestehenden Bauteilen im Raum verbindet.

    Handwerkliche Umsetzung und Putzrezeptur

    Die bestehenden Wände waren mit Abrieb, mit einer Putzstärke von circa 1,5 mm, versehen und mit Dispersion gestrichen. Gestartet wurde mit der Behandlung der Wände mittels eines speziellen Haftputzes, der frei von Zementanteilen ist, um eine optimale Haftung und eine langlebige Oberflächenbindung zu gewährleisten. Hierfür wurde das Produkt HP 66 Stroba eingesetzt, das sich durch seine gute Haftfähigkeit und Flexibilität auszeichnet.

    Nach der Trocknung wurden die überzähnigen Stellen vorsichtig abgekratzt und die Wände befeuchtet, um den Untergrund für die nachfolgenden Schichten optimal vorzubereiten. Die zweite Schicht bestand aus einem grauen Kalkmörtel, der die Grundlage für die weitere Farbgebung bildet. Es folgten die dritte und vierte Schicht, die mit selbstgebranntem Engadiner Sumpfkalk in Fresco-Technik aufgetragen wurden. Diese traditionelle Technik verleiht den Wänden eine lebendige, matte Oberfläche und betont die handwerkliche Qualität. 

    Die Struktur des Deckbelags besteht aus gepresstem Kalk, der eine glatte, aber nicht ganz ebenmässige Oberfläche aufweist. Dieses bewusst gewählte Gestaltungselement verleiht dem Raum eine lebendige Textur und unterstreicht die handwerkliche Qualität des Ergebnisses. Insgesamt widerspiegelt die Umsetzung eine respektvolle Verbindung zwischen traditionellem Handwerk und moderner Raumgestaltung, bei der jedes Detail mit Sorgfalt ausgeführt wurde.

    Preisgekrönte Neugestaltung

    Mit der Neugestaltung der Wände in der Aufbahrungshalle der Gemeinde Doppleschwand wird auf eindrückliche Weise aufgezeigt, wie viel Potential das Material Putz und die Gestaltung einer Oberfläche mit Putz und Farbe haben. Dem für dieses Projekt nötigen Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl wurde mit viel Handwerk und einer kompromisslosen, innovativen Haltung bei der Materialwahl Rechnung getragen. Dafür wurde das Projekt «Abdankungshalle, Doppleschwand» mit dem dritten Platz in der Kategorie «Innenraumgestaltung» beim Schweizer Preis für Putz und Farbe 2026 ausgezeichnet.

    Der komplette Jurybericht zu allen Projekten des Schweizer Preis für Putz und Farbe 2026 kann im Fachverlag des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbandes SMGV bestellt werden.

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